Behandlungsformen bei Dialyse

BEHANDLUNGSFORMEN

Es gibt drei Haupttypen der Behandlung von Nierenversagen im Endstadium:

  • Hämodialyse (HD)
  • Peritonealdialyse bzw. Bauchfelldialyse (PD)
  • Nierentransplantation

Hämodialyse und Peritonealdialyse ersetzen die Nierenfunktionen, darunter die Beseitigung von Abfallprodukten und überschüssigem Salz und Flüssigkeiten.

Durch diese Therapieformen lassen sich der Blutdruck und das Gleichgewicht von Elektrolyten wie Kalium, Natrium, Chlorid und Phosphat kontrollieren.

Eine Nierentransplantation ist ein Verfahren, bei dem die gesunde Niere einer anderen Person in Ihren Körper verpflanzt wird. Die neue Niere ersetzt Ihre eigenen versagenden Nieren.

Um die am besten für den Patienten geeignete Behandlung zu finden, müssen mehrere medizinische, soziale und psychologische Faktoren berücksichtigt werden.

Die Peritonealdialyse (PD) ist der Hämodialyse (HD) gleichwertig. In den ersten beiden Behandlungsjahren ist das Sterberisiko der Patienten sogar deutlich niedriger, wenn sie die nierenpflichtigen Substanzen kontinuierlich über das Peritoneum entsorgen, statt sich dreimal wöchentlich an ein Dialysegerät anschließen zu lassen.

HÄMODIALYSE (HD)

Hämodialyse reinigt das Blut anhand von einem als Dialysator bezeichneten Filter. Patienten, die sich für diese Behandlungsform entscheiden, unterziehen sich einem kleinen chirurgischen Eingriff zur Verlegung einer AV-Fistel, die dem Pflegepersonal einen einfachen Zugang zum Blutkreislauf bietet und die Behandlung für Sie bequemer macht. Die Fistel ist nach einigen Tagen verheilt, aber sie muss über mehrere Wochen reifen bis sie vollständig einsatzbereit ist. Über die Fistel kann das Blut durch ein Schlauchsystem zwischen dem Körper und dem Dialysator hin und her fließen. Während der Behandlung wird das Blut im Dialysator gereinigt. Der Reinigungsprozess ist schmerzlos und viele Patienten erleben gerade zu Beginn der Dialysebehandlung eine Verbesserung ihres Zustands. Je nach medizinischer Vorgeschichte erfolgt dreimal die Woche eine im Schnitt ca. 5 Stunden pro Sitzung dauernde Behandlung.

VORTEILE (aus Patientensicht)

  • An den Tagen zwischen den Behandlungen sind die Patienten vollständig frei und müssen sich keine Gedanken um die Behandlung machen.
  • Dank moderner Technologie ist die Blutreinigung sanfter und effektiver geworden. Die Behandlung findet meist in einem Dialysezentrum statt.

PERITONEALDIALYSE (PD)

Bei dieser Therapieform wird die Reinigungsfunktion der Nieren durch das Bauchfell der Bauchhöhle unterstützt oder übernommen. Es wird ein kleiner chirurgischer Eingriff vorgenommen, um einen weichen Schlauch (Katheter) dauerhaft in die Bauchhöhle einzuführen. Über den Katheter wird eine spezielle wässrige Lösung in die Bauchhöhle eingeführt, welche Abfallstoff e bindet, die dann durch das Bauchfell gefiltert werden. Die in der Peritonealdialyse verwendete Lösung ist eine hauptsächlich aus Glucose oder die Abfallstoffentsorgung durch das Bauchfell unterstützende, Aminosäure bestehende, sterile Flüssigkeit. Nach mehreren Stunden ist die Dialyselösung mit den Abfallprodukten aus dem Blutkreislauf gesättigt, woraufhin sie aus dem Unterleib abgelassen und zur Fortsetzung der Reinigung durch frische Lösung ersetzt wird. Dieser Zyklus wird meist viermal pro Tag wiederholt, kann unter besonderen Umständen aber auch einmal täglich stattfinden (nächtliche Dialyse). Er muss sorgsam durchgeführt werden, um Risiken wie eine Bauchfellentzündung (Peritonitis) zu vermeiden. Dieses Verfahren ist leicht erlernbar. Daher können die Patienten diese Dialyseform bequem allein zuhause durchführen.

VORTEILE (aus Patientensicht)

  • Weniger Änderungen des Tagesablaufs im Vergleich zur Hämodialyse – insbesondere, da Sie nicht zur Behandlung ins Dialysezentrum müssen. Auch die Integration in den Berufsalltag ist leichter. Selbst Reisen sind recht einfach möglich.
  • Weniger Einschränkungen, was die Patienten essen und trinken dürfen. Es werden lediglich monatliche oder vierteljährliche Kontrollen im Dialysezentrum durchgeführt.

NIERENTRANSPLANTATION

Eine Nierentransplantation ist für viele Nierenpatienten ein langgehegter Wunsch. Für viele bedeutet sie die Rückkehr zu einem Leben ohne die Abhängigkeit von Dialysezentren, Einschränkungen hinsichtlich Zeitplan und Ernährung, die Möglichkeit, ohne Einschränkungen zu arbeiten und die Möglichkeit, leichter zu reisen.

Dieser Wunsch konkretisiert sich, wenn eine passende Spenderniere gefunden wurde – ein Prozess, der Monate oder gar mehrere Jahre dauern kann. Diese lange Wartezeit – derzeit 7-8 Jahre – kann für einige Patienten sehr schwer sein und zu Frustration und Stress führen.

Solche Gefühle sind ganz natürlich und Ihr Arzt und die Pflegekräfte werden Ihnen im Umgang mit Ihren Sorgen weiterhelfen. Ihnen sollte stets bewusst sein, dass dies eine weitere wertvolle Behandlungsoption neben Hämodialyse und Peritonealdialyse darstellt und sich die Behandlungsformen nicht gegenseitig ausschließen.

Die meisten Transplantationsempfänger haben monate- oder gar jahrelang Dialysebehandlungen (Hämodialyse oder Peritonealdialyse) erhalten. Es ist auch wichtig zu wissen, dass eine Nierentransplantation die Nierenerkrankung nicht heilt. Um zu verhindern, dass Ihr Körper das Nierentransplantat abstößt, ist eine tägliche Medikamenteneinnahme und eine regelmäßige Konsultation Ihres Arztes unverzichtbar.