Dialyse und Arbeit

Bei der Berufswahl und/oder Berufsausübung sollten dialysepflichtige Patienten unter anderem körperlich schwere Tätigkeiten und große Entfernungen zwischen Wohnung, Arbeitsplatz und Dialysezentrum vermeiden. Geschäftsreisen sind möglich, wenn am oder in der Nähe des Zielorts eine Dialysebehandlung angeboten wird.

Ungünstige Tätigkeiten für Dialysepatienten

Etwa die Hälfte der berufstätigen dialysepflichtigen Patienten können zumindest in Teilzeit im bisherigen Beruf arbeiten.

Wenn der Gesundheitszustand eines Dialysepatienten eine Berufstätigkeit grundsätzlich zulässt, sollte bezüglich Berufswahl und/oder Berufsausübung Folgendes vermieden werden:

  • Körperlich schwere Tätigkeiten
  • Wechselschichten oder Nachtarbeit
  • Nässe, Kälte, Hitze, Staub, Dämpfe und Gase, Zugluft oder starke Temperaturschwankungen
  • Arbeiten unter starkem Zeitdruck oder im Akkord
  • Große Entfernungen zwischen Wohnung, Arbeitsplatz und Dialysezentrum

Hämodialyse und Arbeit

Das Befinden der Patienten nach der Hämodialysebehandlung kann sehr unterschiedlich sein. Einige Patienten fühlen sich im direkten Anschluss an die Behandlung relativ fit und leistungsfähig und können noch am selben Tag arbeiten. Andere haben nach der Dialyse einen Blutdruckabfall, leiden unter Übelkeit und Schwäche und können nur an dialysefreien Tagen arbeiten. Manche Patienten sind selbst an den dialysefreien Tagen nicht kräftig genug, um einer Beschäftigung nachzugehen.

Entsprechend bieten Dialyseeinrichtungen verschiedene Zeiten an:

  • Dialyse am frühen Morgen: Arbeitszeit bei gutem Befinden dann ab nachmittags.
  • Dialyse nach der täglichen Arbeitszeit am Spätnachmittag und Abend.
  • Dialyse über Nacht. Dafür müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, z.B. eine stabile Einstellung ohne Komplikationsrisiko. Therapeutisch gesehen hat die Nachtdialyse Vorteile, da die längere Laufzeit bessere Ergebnisse bringt.
  • Wenn die Dialyse außerhalb der Arbeitszeit nicht möglich ist, liegt für die Dauer der Anfahrt zur Dialyseeinrichtung, der Dialyse selbst sowie der darauf folgenden Ruhephase Arbeitsunfähigkeit vor. Bei Arbeitsunfähigkeit greift entweder Entgeltfortzahlung oder Krankengeld.

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen dürfen vom Arzt für feststehende Termine auch im Voraus ausgestellt werden.

Peritonealdialyse und Arbeit

Die Einschränkungen bei der PD-Dialyse sind deutlich geringer. Wenn es am Arbeitsplatz des Patienten einen sauberen geschützten Ort gibt (unter Umständen z.B. auch der Schreibtisch), kann der Beutelwechsel recht problemlos während der Arbeitszeit erfolgen. Der Austausch des Beutels muss ca. alle 4 Stunden vorgenommen werden und dauert zwischen 20 bis 30 Minuten. Während dieser Zeit sind leichte Bürotätigkeiten wie Telefonieren oder PC-Arbeiten meist möglich.

Geschäftsreisen für Dialysepatienten

Mehrtägige Geschäftsreisen mit Hämodialyse sind möglich, wenn am oder in der Nähe des Zielorts eine Dialysebehandlung angeboten wird. In Deutschland sind nach telefonischer oder Online-Anmeldung oft auch kurzfristige Gastdialysen möglich. Immer mehr Dialyseanbieter haben zudem Internetseiten, auf denen Sie online über Termine informieren, Informationen zum Download anbieten oder Online-Anmeldeformulare anbieten. Recherche über Suchmaschinen mit Suchbegriffen wie „Feriendialyse“ oder „Gastdialyse“ sowie den gewünschten Ort.

Für PD-Patienten ist die Sicherstellung der entsprechenden Beutelmenge vor Ort elementar. Mit entsprechende Planung können auswertige Geschäftstermine wahrgenommen werden.

Arbeitsunfähigkeit, Krankengeld, Wiedereingliederung

Eine dialysepflichtige Nierenerkrankung zieht wiederholte oder längere Zeiten der Arbeitsunfähigkeit nach sich. Zu den Themen

  • Arbeitsunfähigkeit
  • Entgeltfortzahlungen
  • Krankengeld
  • Stufenweise Wiedereingliederung ins Arbeitsleben
  • Arbeitslosengeld nach Arbeitsunfähigkeit

Gerne können wir Sie zu diesen Punkten informieren.

Besondere Hilfen im Beruf

Wenn die Erkrankung so schwer ist, dass sie die Berufstätigkeit gefährdet oder der bisherige Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann, gibt es verschiedene Schutz-, Hilfs- und Fördermöglichkeiten.

Hierzu empfehle ich die Kontaktaufnahme zu den zuständigen Ämtern.